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Anouks Style: Nicht vom Publikum abschotten


Anouks Style: Wie Sie es schaffen, positiv im Gedächtnis Ihrer Zuhörer zu bleiben

Nicht vom Publikum abschotten

Der gute Vortrag, die gelungene Präsentation, beginnt schon, bevor Sie das Mikro in die Hand nehmen. Suchen Sie den Kontakt zu Ihrem Publikum. Schotten Sie sich nicht ab, indem Sie sich auf der Toilette verstecken oder hinter Ihrem Bildschirm kleben, ein kleines Achtsamkeitstraining einschieben oder mit den letzten Vorbereitungen aufhalten. Stürzen Sie sich ins Getümmel, mischen sich unters Volk, schütteln Sie Hände und sagen Sie Hallo. Dabei ist es völlig egal, ob Sie vor fünf oder 500 Menschen sprechen werden. Parlieren Sie, seien Sie charmant, witzig, halten Sie Smalltalk.

Es geht überhaupt nicht darum, dem Publikum zu erzählen, wer Sie sind, was Sie können und welche tollen Projekte Sie schon gestemmt haben. Im Gegenteil: Souverän ist es, ein gewisses Understatement auszustrahlen – Lassen Sie die Menschen herausfinden, wer Sie sind, packen Sie nicht alles gleich auf den Tisch.

Stellen Sie lieber Fragen! Interessieren Sie sich für die Menschen, die wenig später Ihr Publikum sein werden. Aber bleiben Sie beim Thema Ihres Vortrags, der Präsentation. Widerstehen Sie der Versuchung, bei einer Person stehen zu bleiben, die Sie schon kennen, lernen Sie neue Leute kennen. Drei bis fünf kurze Gespräche sollten Sie sich vornehmen. Sie fragen sich warum?

Einerseits ölt der kurze Schwatz Ihre Stimme, auf die Sie sich wenig später verlassen müssen. Aber was viel wichtiger ist: Wenn Sie Ihren Vortrag beginnen, sind Ihnen diese drei bis fünf Menschen freundlich gesonnen und lächeln Sie an, weil Sie Ihnen Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das lässt Sie sicherer werden und senkt das Lampenfieber. Im besten Fall können Sie etwas aufgreifen, was einer der Zuhörer im Gespräch gesagt hat und es in den Vortrag einbauen, vielleicht unterstützt ein Satz Ihren Inhalt, Ihre These – umso besser.

Erwähnen Sie einen Ihrer Gesprächspartner kurz und freundlich, wenn es passt. Das bringt Ihnen Sympathien ein. Ihre Zuhörer werden denken: Wow, wie cool, sie/er interessiert sich für sein Gegenüber und hat sich die Zeit genommen, vor seiner Präsentation mit den Leuten zu reden.

Und last but not least: Während sie Smalltalk führen, haben Sie keine Zeit, nervös zu werden. Der Fokus ist komplett verlagert. Gut so. 😊

Also, mischen Sie sich unter die Leute und plaudern Sie, ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß dabei!

 

Foto by Axel Breuer

Die Kraft der Wiederholung


Die Kraft der Wiederholung

Vielleicht kennen Sie es: Sie hören einen Vortrag und fragen sich am Ende, was der Redner seinem Publikum eigentlich sagen wollte. Es war vielleicht gar nicht so, dass Sie sich gelangweilt hätten, Sie können nur die Kernbotschaft nicht zusammenfassen. Sie könnten dem Vortrag keine Überschrift verpassen, sozusagen.

Das Problem ist: Unser Gehirn filtert automatisch, es kann nicht alle Informationen abspeichern. Jeder Vortrag, der mehr als 45 Minuten dauert, ist deshalb ohnehin schon eine Herausforderung. Für die Zuhörer, aber natürlich auch für denjenigen, der ihn hält.

Wenn Sie nun also in der Rolle des Sprechers sind, machen Sie sich bewusst: Damit möglichst viel im Gedächtnis ihres Publikums hängen bleibt, braucht der Vortrag einen guten Aufbau – aber er braucht auch Wiederholungen. Teilen Sie Ihre Kernbotschaft mehrmals mit: Am Anfang, in der Mitte und am Ende des Vortrags.

Helfen Sie Ihrem Publikum dabei, Ihre Message zu verstehen und zu behalten!

Die Wiederholung der Kernbotschaft ist nicht zuletzt auch für diejenigen, die vielleicht ein paar Minuten zu spät gekommen sind wichtig. Die den Kopf noch mit anderen Dingen voll haben, die noch eben eine Textnachricht abschicken oder schauen, was der Sitznachbar so treibt. Geben Sie allen die Chance, Ihren Vortrag und die Kernbotschaft zu hören, zu verstehen und Ihre wichtigsten Thesen mitzunehmen. Am Ende hat der aufmerksame Zuhörer sie dreimal gehört und der, der abgelenkt war, zumindest einmal.

Meinen Seminarteilnehmern gebe ich gern mit auf den Weg: Tell them what you are going to tell them, tell them, tell them what you told them!

Mein Tipp: Das Publikum mit einbeziehen!


Foto Axel Breuer Plan B

Interaktion mit dem Publikum

Ein weiteres wichtiges Stilmittel für Sie als Redner ist die Interaktion mit dem Publikum. Stellen Sie Fragen, die sich per Fingerzeig, also mit Ja oder Nein beantworten lassen. „Wer von Ihnen lebt auch in NRW?“, „Wer ist zum ersten Mal hier in Köln…in diesem Veranstaltungssaal / Hotel / Messe?“ Man kann auch eine Schwäche eingestehen, sich „Verbündete“ unter den Zuhörern suchen: „Wer von Ihnen geht auch IMMER vom Worst-Case-Szenario aus?“, zum Beispiel. Es kommt immer auf das Thema des Vortrags an und auf die Adressaten, die Sie erreichen wollen.

Bitten Sie die Zuhörer, die Hand zu heben oder lassen Sie sie kurz aufstehen – das Ganze darf natürlich nicht überstrapaziert werden, das gilt aber für alle dramaturgischen Werkzeuge. Die Devise ist: Tools dosiert einsetzen, ohne das Publikum zu langweilen.

Die Fragen müssen außerdem Sinn machen. Überlegen Sie sich, worauf Sie raus wollen. Wenn alle die Hand gehoben haben, die in NRW leben, sollte etwas Interessantes von Ihnen kommen. „Dann ist es Ihnen doch sicher auch schon passiert, dass…“ Am besten belegt mit statistischen Zahlen, Daten, Fakten – aber alles in komprimierter Kürze. Sie können auch eine rhetorische Frage stellen, bei der Sie davon ausgehen können, dass fast alle Zuhörer einverstanden sind. Ein zustimmendes und nickendes Publikum fühlt sich abgeholt und verstanden und ist offen für Ihre weiteren Argumente und Inhalte.

Vorsicht bei Schätzfragen: Wenn Sie etwa nach der Zahl der Deutschen fragen, die jedes Jahr in die Niederlande in Urlaub fährt und Zuhörer reinrufen: Acht Millionen! Dann gehen Sie mit ihrer Antwort – es sind immerhin fünf Millionen – regelrecht baden. Damit hinterlassen Sie dann keinen Eindruck mehr.

Sie können auch einen oder zwei Zuhörer zu Wort kommen lassen – dadurch erfahren Sie etwas über sie, was Sie geschickt noch einmal aufgreifen können im Vortrag oder kurz vor dem Ende. Das steht und fällt allerdings damit, wie schlagfertig, reaktionsschnell und spontan Sie selbst sind.

Insgesamt lockern Interaktionen den Vortrag auf und bieten dem Publikum eine Abwechslung. Die Zuhörer werden automatisch aufmerksam, wenn sie quasi direkt angesprochen und einbezogen werden.

Niemand wird dann abschalten, während Sie sprechen.

 

Die Macht der Stille


Die Macht der Stille

Eines der stärksten rhetorischen Mittel ist die Pause. Nicht in einem Stück atemlos durchschnattern und erzählen, sondern immer souverän und cool bleiben: Einatmen, ausatmen, kurz warten – und dann erst weiter sprechen. Vermeiden Sie so auch unbedingt Füllwörter wie „Ähm“ oder „Also“. Lieber kurz nichts sagen. Die Macht der Stille. Die sorgt dafür, dass das, was auf das Innehalten folgt, sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Im besten Fall hängen die Zuhörer an ihren Lippen und sind gebannt, was jetzt passiert.

Schicken Sie etwa ein „Ganz besonders wichtig ist mir“ voran, legen dann eine kurze Pause ein – und weiter im Text. Alle werden zuhören. Sie machen aber auch dann eine Pause, wenn sie dem, was Sie gerade gesagt haben, mehr Gewicht verleihen wollen: „Wir sprechen hier von einem 100.000-Euro-Gewinn!“ Pause.

Der stille Augenblick hilft den Zuhörern auch dabei, das Gesagte besser sacken lassen und aufnehmen zu können – sie können sich später besser daran erinnern. Und sind aufnahmebereit für die nächsten Aspekte. Sie haben durch Pausen die Chance, sich etwas zu notieren oder nochmal kurz über das, was sie gehört haben, nachzudenken.

Sie als Redner können währenddessen einen Schluck  trinken und Ihre Stimme kurz ölen, Sie können einen Moment in sich gehen, sich auf den nächsten Punkt konzentrieren oder Ihr Handout checken. Versuchen Sie aber, im Blickkontakt mit Ihrem Publikum zu bleiben. Nutzen Sie Pausen als dramaturgisches Tool, um Ihrem Vortrag mehr Wirkungskraft zu verschaffen, ihn lebendig zu halten. Monotones Schnattern ermüdet.

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