Die meisterlichen Drei


Die meisterliche Drei

In meinem einjährigen Studium an der German Speakers Academy (GSA) in 2016  mit dem Abschluss „Professional Speaker“ habe ich gelernt, dass ich nach jahrelanger Erfahrung doch längst noch nicht alles wusste über Bühnenpräsenz und richtig gutes Präsentieren.

Vor allem lernte ich an der Academy: Es gibt die magische Drei: Drei Faktoren, drei Tipps, drei Trends, drei Dos & drei Don’ts. Dabei geht es auch um die Einteilung der Präsentation / des Vortrags. Das vereinfacht vieles. Früher habe ich zehn Tipps gegeben, 20 Trends vermeldet oder sieben Dos & Don’ts ausgemacht. Was für eine Überfrachtung von Informationen…Klar, dass die Zuschauer da abschalten.

Mein Tipp also: Drei Punkte nennen, die weiteren als Handout ausgeben oder nach und nach als Blogbeitrag oder Facebook-Posting veröffentlichen. Wer wirklich interessiert ist, wird sie sich auch nach dem Vortrag durchlesen. Es ist außerdem eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu den Zuhörern zu halten und gegebenenfalls zu intensivieren.

Wer sich zu schwer damit tut, die wichtigsten drei Punkte herauszustellen, sollte sich drei griffige Oberbegriffe suchen, worunter er dann beispielsweise neun kurze Tipps subsummieren kann. Aber, weniger ist mehr: Ich beherzige meine Dreier-Regel eigentlich konsequent – es sei denn, ich bin mit anderen Absolventen der GSA auf derselben Veranstaltung ;-), die natürlich auch die Dreier-Einteilung verinnerlicht haben. Dann wähle ich zwei oder vier Punkte, damit ich mich aus der Gruppe abhebe.

Noch ein Tipp: Wenn mir eine Sache ganz besonders wichtig ist, dann mache ich es wie der Detektiv aus der Serie „Columbo“, der am Ende sagt: „One more thing!“ bzw. „Eins noch!“. Allein dadurch ist mir die Aufmerksamkeit aller noch einmal sicher, da klar ist: Es kommt noch etwas Wichtiges. Sei es ein damit sneaky angefügter vierter Punkt, ein witziger Beitrag oder ein Aspekt, den ich zu bedenken geben will.

Im Allgemeinen gilt aber: Alle guten Dinge sind drei. Ich beherzige diese Regel und lege allen Sprechern nahe, es ebenfalls zu tun. Immer an Goethe denken, der wusste: der Meister zeigt sich in seiner Begrenzung!

 

Ein schönes Make-Up macht immer Eindruck!


„Ein schönes Make-Up macht immer Eindruck“

In meinem neuesten Blog gebe ich keine Antworten, sondern stelle Fragen. Man kann nicht über den perfekten Bühnenauftritt sprechen, ohne auch über Optik zu reden. Ich habe deshalb eine absolute Expertin für Make-Up interviewt: Renate Susan, Maskenbildnerin, 78 Jahre alt, absolut Make-Up-verrückt  – und meine liebe Mutter.

Mutti, was müssen wir Frauen beim Make-Up beachten?

Renate Susan: Es gibt verschiedene Arten von Make-Up: Man unterscheidet Tages-, Abend-, Bühnen und Foto-Make-Up. Eine Theaterbühne ist dabei nochmal etwas völlig anderes als eine Bühne, die man betritt, um einen Vortrag oder eine Rede zu halten.

Für alle Make-Ups gilt aber: Helle Farbe hebt hervor, dunkle Farbe stellt zurück. Konkret: Bei Augenringen oder tiefer liegenden Augen wird ein hellerer ton um die Augen herum aufgetragen. Das Make-Up selbst darf nicht mehr als einen Hautton dunkler sein als die eigene Hautfarbe. Will man aber etwa ein markantes Kinn optisch „verkleinern“, dann schminkt man es mit einem Ton, der noch eine Stufe dunkler ist.

Es darf nie zu maskenhaft sein, wenn es nicht gerade um eine Shakespeare-Inszenierung geht: Ich klopfe die Grundierung, die ich mit einem feuchten Schwamm auftrage, deshalb mit feuchten Fingern ab, damit ich überschüssige Reste wegnehme und die Haut zart aussieht. Am Ende kommt ein leichtes Puder auf die Haut. Das Gesicht sieht dann schön ebenmäßig und matt aus.

Muss man auch Hals und Hände schminken?

Renate Susan: Das gibt oft eine große Schmiererei. Ich empfehle Gesichtsbräuner für Hände und Hals, dann muss man sie nicht mit schminken und die Kleidung bleibt sauber.

Wie wirkt das Make-Up denn am besten?

R.S.: Das lose Puder am Ende ist wichtig. Es fixiert das Make-Up, so dass es tagsüber gut hält. Das Puder trage ich mit demselben Schwamm auf, den ich auch für die Grundierung benutze.

Das Entscheidende an den Make-Up-Varianten ist, wie kräftig man die Augen schminkt, das Rouge aufträgt und den Lippenstift. Da kommt es auf die Entfernung zum Publikum an. Bei Bühnenauftritten darf es ein wenig kräftiger sein, da das Publikum mehrere Meter entfernt ist. Für ein normales Tages-Make-Up oder einen TV-Auftritt mit Nahaufnahmen würde ich immer zarte Farben verwenden.

Bei größerer Entfernung die Augen ruhig stärker betonen, damit sie größer wirken und strahlen. Auf der Bühne oder bei einem Abend-Make-Up sollte man also insgesamt ein dunkleres Augen Make-Up verwenden.

Ich habe seit kurzem Schlupflider, wie muss das Augen-Make-Up dann gemacht werden?

R.S.: Entscheidend ist, ob es Schlupflider oder tief liegende Augen sind. Ich würde bei Schlupflidern auf keinen Fall einen hellen Lidschatten benutzen, allenfalls direkt unterhalb der Braue. Der Lidschatten wird meistens so verwendet, das er auf das Augenlid zum Haaransatz hin verstärkt aufgetragen wird, unter den Augen führt man gleichzeitig einen kleinen Strich mit dem gleichen Lidschatten – am besten ein helles Braun.

Augenbrauen je nachdem auch betonen – Bei größeren Entfernungen etwas stärker, am Tag und draußen eher zart. Bitte dran denken: das Make-Up unter den Augen ein bis zwei Töne heller wählen, den Rest des Make-Ups nur maximal einen Ton dunkler.

Meine Wimpern sind leider nicht so auffällig dicht oder lang. Was muss ich tun, damit meine Augen besser wirken?

R.S.: Was ganz wichtig ist: Wimpern jederzeit KRÄFTIG tuschen, damit die Wimpern das Auge öffnen. Unten und oben gut tuschen, möglichst mit wasserfester Tusche. Lidstrich/Kayal wird nach Augengröße mit einem dunklen Ton (braun oder schwarz),  bei braunen Augen auf jeden Fall schwarz, bei anderen braun, immer wieder nachziehen, damit das Auge zum Strahlen kommt. Das sollte man vor dem Tuschen machen!

Heutzutage lassen viele sich falsche Wimpern kleben, sehr interessant. Das Auge sieht dadurch wunderbar strahlend und offen aus und es wirkt schon von weitem. Das hat einen tollen Effekt.

Mutti, kräftiges oder helles Rouge, was empfiehlst Du für den Auftritt?

R.S.: Das Rouge wird in jedem Fall um die Wangenknochen aufgetragen. Sollten Kinn oder Wangenknochen besonders hervorstehen, sollte man einen leichten Braunton eines Festpuders leicht über dem Make-Up fixieren (als Schattierung) unter dem Rouge, so dass sie zurücktreten.

Die Rouge-Farbe wird ausgesucht nach Art des Lippenstiftes und der Hautfarbe, der beste Ton für alle ist leicht rosé, damit liegt man nie falsch.

Und was mache ich nun mit dem Lippenstift? Was rätst Du uns Frauen?

R.S.: Augen und Lippen sind das Wichtigste. Die Lippen werden auf jeden Fall mit einem Konturenstift vorgezeichnet. Auf jeden Fall! Je nach Lippengröße gilt:

Helle Farbe hebt die Lippen hervor, dunkle lässt sie zurücktreten. Roter Lippenstift wird auf die Kleidung abgestimmt. Im Grunde steht diese Farbe jedem, ist aber von der Kleidung abhängig.

Ich habe immer das Gefühl, dass das Make-Up ganz schnell wieder weg ist. Wie bleibt es frisch?

R.S.: Sollte sich im Laufe des Tages das Make-Up in Augenfalten, auf der Stirn oder in den Mundfalten absetzen, hilft es, mit feuchten Fingern noch einmal drüber zu gehen, es abzuklopfen, so hält man es frisch. Lippenstift natürlich immer mal wieder nachziehen und vor dem Auftritt unbedingt nochmals in den Spiegel schauen.

Was sollen Frauen tun, die keine Schminke mögen?

R.S.: Wenn sie naturell lieben, müssen sie das für sich entscheiden, jeder hat seinen eigenen Geschmack. Ich finde einfach, dass ein schönes Make-Up  immer Eindruck macht. Das Make-Up verhilft am Tag, am Abend und auf der Bühne zu einer größeren Ausstrahlung. Man sieht zudem einfach gepflegt und frisch aus, hat eine größere Präsenz.

Wie bleibt die Haut frisch, wenn ich mich täglich schminke?

R.S.: Wichtig ist, das Make-Up abends gründlich zu entfernen, ein Tonic zu benutzen und eine Nachtcreme aufzutragen. Unter dem Make-Up immer eine Tagescreme auftragen.

Mein persönlicher Tipp:

Bei besonderen Anlässen lasse ich mich immer schminken, damit es noch professioneller wirkt. Natürlich habe ich manchmal meine Mutter an meiner Seite, das ist natürlich richtig klasse, aber ich habe auch schon eine Visagistin für 100 Euro beauftragt. Vor allem an Tagen,  an denen der Auftritt sehr wichtig ist und ich mich extra hübsch und sicher fühlen möchte. Oft sind Fotografen da, die von einer Veranstaltung Fotos machen – und auch von den Speakern. Da will man natürlich gut rüberkommen. Die Bilder kann man im Nachhinein auch immer mal anfragen und dann für die eigenen Social-Media-Kanäle nutzen. Wichtig ist auch, dass die Haare gut sitzen. Wenn möglich, gehe ich vor meinen Auftritten immer zum Friseur. Eine Visagistin und ein Friseur – das zahlt sich aus. Ich kann das nur empfehlen, vor allem diejenigen, die sich nicht so gerne oder gut selbst schminken können.

 

Renate Susan hat sechs Jahrzehnte als Maskenbildnerin gearbeitet, davon 50 Jahre beim WDR, aber auch beim Theater und an der Oper. Sie war für die Firma Revlon in ganz Deutschland unterwegs (und das ohne Navi…), um  Schminktrainings zu leiten, beim TV hat sie unter anderem für die „Samstag Nacht Show“, „Stefan Raab Show“, „Die Aktuelle Stunde“ oder „Bios Bahnhof“ gearbeitet. Hulk Hogan, Michael Douglas, Hildegard Knef, Peter Ustinov oder Mary Roos haben sich von ihr für ihre Auftritte schminken lassen. Meine Schwester und ich sind quasi mit Puderquaste, Lipgloss und Wimpernzange groß geworden und haben es geliebt, „in der Maske“ dabei zu sein und dabei zuzusehen, wie unsere Mutter mit all den Pinselchen und Farben die Menschen herausputzte. Meine Mutter ist vor allem deshalb ein Vorbild für mich, weil sie ihre Arbeit immer geliebt und leidenschaftlich gern gearbeitet hat.

 

Meine Mutti und ich wünschen allen Frauen einen glanzvollen Auftritt!

Anouk & Renate Susan

 

Anouks Style: Nicht vom Publikum abschotten


Anouks Style: Wie Sie es schaffen, positiv im Gedächtnis Ihrer Zuhörer zu bleiben

Nicht vom Publikum abschotten

Der gute Vortrag, die gelungene Präsentation, beginnt schon, bevor Sie das Mikro in die Hand nehmen. Suchen Sie den Kontakt zu Ihrem Publikum. Schotten Sie sich nicht ab, indem Sie sich auf der Toilette verstecken oder hinter Ihrem Bildschirm kleben, ein kleines Achtsamkeitstraining einschieben oder mit den letzten Vorbereitungen aufhalten. Stürzen Sie sich ins Getümmel, mischen sich unters Volk, schütteln Sie Hände und sagen Sie Hallo. Dabei ist es völlig egal, ob Sie vor fünf oder 500 Menschen sprechen werden. Parlieren Sie, seien Sie charmant, witzig, halten Sie Smalltalk.

Es geht überhaupt nicht darum, dem Publikum zu erzählen, wer Sie sind, was Sie können und welche tollen Projekte Sie schon gestemmt haben. Im Gegenteil: Souverän ist es, ein gewisses Understatement auszustrahlen – Lassen Sie die Menschen herausfinden, wer Sie sind, packen Sie nicht alles gleich auf den Tisch.

Stellen Sie lieber Fragen! Interessieren Sie sich für die Menschen, die wenig später Ihr Publikum sein werden. Aber bleiben Sie beim Thema Ihres Vortrags, der Präsentation. Widerstehen Sie der Versuchung, bei einer Person stehen zu bleiben, die Sie schon kennen, lernen Sie neue Leute kennen. Drei bis fünf kurze Gespräche sollten Sie sich vornehmen. Sie fragen sich warum?

Einerseits ölt der kurze Schwatz Ihre Stimme, auf die Sie sich wenig später verlassen müssen. Aber was viel wichtiger ist: Wenn Sie Ihren Vortrag beginnen, sind Ihnen diese drei bis fünf Menschen freundlich gesonnen und lächeln Sie an, weil Sie Ihnen Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das lässt Sie sicherer werden und senkt das Lampenfieber. Im besten Fall können Sie etwas aufgreifen, was einer der Zuhörer im Gespräch gesagt hat und es in den Vortrag einbauen, vielleicht unterstützt ein Satz Ihren Inhalt, Ihre These – umso besser.

Erwähnen Sie einen Ihrer Gesprächspartner kurz und freundlich, wenn es passt. Das bringt Ihnen Sympathien ein. Ihre Zuhörer werden denken: Wow, wie cool, sie/er interessiert sich für sein Gegenüber und hat sich die Zeit genommen, vor seiner Präsentation mit den Leuten zu reden.

Und last but not least: Während sie Smalltalk führen, haben Sie keine Zeit, nervös zu werden. Der Fokus ist komplett verlagert. Gut so. 😊

Also, mischen Sie sich unter die Leute und plaudern Sie, ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß dabei!

 

Foto by Axel Breuer

Bilder im Kopf erzeugen


Bilder im Kopf erzeugen

Globalisierung, Mobilität, Digitalisierung, Klimawandel – alles wichtige Themen. Aber selbst die spannendsten Vorträge bleiben den Zuhörern kaum in Erinnerung, wenn den großen Schlagwörtern keine konkreten Beispiele folgen. Meine Erfahrung ist auch hier: Nenne drei Beispiele, dann holen Sie so viel wie möglich Zuhörer auch ab.

Der Eisbär etwa, der immer wieder auf dem Packeis einbricht auf der Nahrungssuche, lässt die Folgen des Klimawandels auf dramatische Art lebendig werden. Die Chance, das sich die Zuhörer angesprochen und im besten Falle abgeholt fühlen, ist umso größer, wenn Emotionen angesprochen werden.

Konkrete Beispiele lassen Bilder im Kopf entstehen, wenn sie gut beschrieben und erzählt werden. Als Foto oder kurzes Video liefern sie die Bilder sogar gleich mit. Oft bleibt aber noch besser in Erinnerung, was im eigenen Kopf entstanden ist. Also trauen Sie Ihrem Publikum ruhig ein wenig Phantasie zu. Geben Sie nicht alles vor. Lassen Sie durch ein gutes Storytelling, eine Dramaturgie in ihrem Vortrag, zu, dass der Zuhörer sich mit dem Gesagten identifizieren kann.

In meinen Seminaren ‚Erfolgreich Präsentieren‘ zeige ich den Teilnehmern immer zwei Bilder  und frage,  welches sie mehr anspricht. Sie zeigen immer auf das Fahrradbild. Weil es konkret ist. Meine Meinung ist: „Konkret schlägt nicht konkret!“

 

 

Die Kraft der Wiederholung


Die Kraft der Wiederholung

Vielleicht kennen Sie es: Sie hören einen Vortrag und fragen sich am Ende, was der Redner seinem Publikum eigentlich sagen wollte. Es war vielleicht gar nicht so, dass Sie sich gelangweilt hätten, Sie können nur die Kernbotschaft nicht zusammenfassen. Sie könnten dem Vortrag keine Überschrift verpassen, sozusagen.

Das Problem ist: Unser Gehirn filtert automatisch, es kann nicht alle Informationen abspeichern. Jeder Vortrag, der mehr als 45 Minuten dauert, ist deshalb ohnehin schon eine Herausforderung. Für die Zuhörer, aber natürlich auch für denjenigen, der ihn hält.

Wenn Sie nun also in der Rolle des Sprechers sind, machen Sie sich bewusst: Damit möglichst viel im Gedächtnis ihres Publikums hängen bleibt, braucht der Vortrag einen guten Aufbau – aber er braucht auch Wiederholungen. Teilen Sie Ihre Kernbotschaft mehrmals mit: Am Anfang, in der Mitte und am Ende des Vortrags.

Helfen Sie Ihrem Publikum dabei, Ihre Message zu verstehen und zu behalten!

Die Wiederholung der Kernbotschaft ist nicht zuletzt auch für diejenigen, die vielleicht ein paar Minuten zu spät gekommen sind wichtig. Die den Kopf noch mit anderen Dingen voll haben, die noch eben eine Textnachricht abschicken oder schauen, was der Sitznachbar so treibt. Geben Sie allen die Chance, Ihren Vortrag und die Kernbotschaft zu hören, zu verstehen und Ihre wichtigsten Thesen mitzunehmen. Am Ende hat der aufmerksame Zuhörer sie dreimal gehört und der, der abgelenkt war, zumindest einmal.

Meinen Seminarteilnehmern gebe ich gern mit auf den Weg: Tell them what you are going to tell them, tell them, tell them what you told them!

Mein Tipp: Das Publikum mit einbeziehen!


Foto Axel Breuer Plan B

Interaktion mit dem Publikum

Ein weiteres wichtiges Stilmittel für Sie als Redner ist die Interaktion mit dem Publikum. Stellen Sie Fragen, die sich per Fingerzeig, also mit Ja oder Nein beantworten lassen. „Wer von Ihnen lebt auch in NRW?“, „Wer ist zum ersten Mal hier in Köln…in diesem Veranstaltungssaal / Hotel / Messe?“ Man kann auch eine Schwäche eingestehen, sich „Verbündete“ unter den Zuhörern suchen: „Wer von Ihnen geht auch IMMER vom Worst-Case-Szenario aus?“, zum Beispiel. Es kommt immer auf das Thema des Vortrags an und auf die Adressaten, die Sie erreichen wollen.

Bitten Sie die Zuhörer, die Hand zu heben oder lassen Sie sie kurz aufstehen – das Ganze darf natürlich nicht überstrapaziert werden, das gilt aber für alle dramaturgischen Werkzeuge. Die Devise ist: Tools dosiert einsetzen, ohne das Publikum zu langweilen.

Die Fragen müssen außerdem Sinn machen. Überlegen Sie sich, worauf Sie raus wollen. Wenn alle die Hand gehoben haben, die in NRW leben, sollte etwas Interessantes von Ihnen kommen. „Dann ist es Ihnen doch sicher auch schon passiert, dass…“ Am besten belegt mit statistischen Zahlen, Daten, Fakten – aber alles in komprimierter Kürze. Sie können auch eine rhetorische Frage stellen, bei der Sie davon ausgehen können, dass fast alle Zuhörer einverstanden sind. Ein zustimmendes und nickendes Publikum fühlt sich abgeholt und verstanden und ist offen für Ihre weiteren Argumente und Inhalte.

Vorsicht bei Schätzfragen: Wenn Sie etwa nach der Zahl der Deutschen fragen, die jedes Jahr in die Niederlande in Urlaub fährt und Zuhörer reinrufen: Acht Millionen! Dann gehen Sie mit ihrer Antwort – es sind immerhin fünf Millionen – regelrecht baden. Damit hinterlassen Sie dann keinen Eindruck mehr.

Sie können auch einen oder zwei Zuhörer zu Wort kommen lassen – dadurch erfahren Sie etwas über sie, was Sie geschickt noch einmal aufgreifen können im Vortrag oder kurz vor dem Ende. Das steht und fällt allerdings damit, wie schlagfertig, reaktionsschnell und spontan Sie selbst sind.

Insgesamt lockern Interaktionen den Vortrag auf und bieten dem Publikum eine Abwechslung. Die Zuhörer werden automatisch aufmerksam, wenn sie quasi direkt angesprochen und einbezogen werden.

Niemand wird dann abschalten, während Sie sprechen.

 

Die Macht der Stille


Die Macht der Stille

Eines der stärksten rhetorischen Mittel ist die Pause. Nicht in einem Stück atemlos durchschnattern und erzählen, sondern immer souverän und cool bleiben: Einatmen, ausatmen, kurz warten – und dann erst weiter sprechen. Vermeiden Sie so auch unbedingt Füllwörter wie „Ähm“ oder „Also“. Lieber kurz nichts sagen. Die Macht der Stille. Die sorgt dafür, dass das, was auf das Innehalten folgt, sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Im besten Fall hängen die Zuhörer an ihren Lippen und sind gebannt, was jetzt passiert.

Schicken Sie etwa ein „Ganz besonders wichtig ist mir“ voran, legen dann eine kurze Pause ein – und weiter im Text. Alle werden zuhören. Sie machen aber auch dann eine Pause, wenn sie dem, was Sie gerade gesagt haben, mehr Gewicht verleihen wollen: „Wir sprechen hier von einem 100.000-Euro-Gewinn!“ Pause.

Der stille Augenblick hilft den Zuhörern auch dabei, das Gesagte besser sacken lassen und aufnehmen zu können – sie können sich später besser daran erinnern. Und sind aufnahmebereit für die nächsten Aspekte. Sie haben durch Pausen die Chance, sich etwas zu notieren oder nochmal kurz über das, was sie gehört haben, nachzudenken.

Sie als Redner können währenddessen einen Schluck  trinken und Ihre Stimme kurz ölen, Sie können einen Moment in sich gehen, sich auf den nächsten Punkt konzentrieren oder Ihr Handout checken. Versuchen Sie aber, im Blickkontakt mit Ihrem Publikum zu bleiben. Nutzen Sie Pausen als dramaturgisches Tool, um Ihrem Vortrag mehr Wirkungskraft zu verschaffen, ihn lebendig zu halten. Monotones Schnattern ermüdet.

Das Beste kommt zum Schluss


Das Beste kommt zum Schluss

In meinen Gimmicks, die Ihnen zu einem überzeugenden Vortrag oder einer inspirierenden Präsentation verhelfen werden, ging es zuletzt um das Wichtigste: Den Anfang: https://www.anoukellensusan.de/2018/09/17/bleiben-sie-im-gedaechtnis-ihres-publikums-haften/.

Vieles, was für den Anfang eines Vortrags gilt, gilt meiner Meinung und Erfahrung nach aber auch für das Ende. Es ist alles andere als unwichtig, für welchen Ausstieg Sie sich entscheiden. Ein gelungenes Ende sorgt dafür, dass Ihre Worte nachklingen und wirken können. Und Ihre Zuhörer sich an Sie erinnern werden – und zwar im besten Sinne.

Das Ende

Der Schluss eines Vortrags / einer Präsentation kann alles, was Sie vermitteln wollen, adeln – wenn er gut ist. Viele Redner sagen einfach: „Danke für Ihre Aufmerksamkeit!“ oder kokettieren mit „Ich hoffe, ich habe Sie nicht gelangweilt.“ Leider ist das langweilig.

Wie wäre es, das Publikum am Schluss zu überraschen? Sie können es wachrütteln mit einem spannenden Dreh Ihres Themas. Sie können einen eleganten Bogen zum Beginn Ihres Vortrags schlagen – und damit bei Ihren Zuhörern auch den Anfang noch einmal in Erinnerung rufen. Sie können aber auch mit einem kurzen, klug-witzig-charmanten Video oder einem starken Foto überraschen…. – und je nach Thema des Vortrags dafür sorgen, dass Ihr Publikum völlig beschwingt den Saal verlässt.

Weitere Stichworte sind: Call to Action, das Publikum nachdenklich stimmen, in die Tiefe gehen oder Musik einspielen. Alles in Variation, es kommt natürlich immer auf das Thema des Vortrags an. Was allerdings für den Anfang gilt, gilt meiner Meinung nach auch unbedingt für das Ende: Überlassen Sie nichts dem Zufall, setzen Sie nicht darauf, dass Ihnen „schon etwas Originelles einfällt“.

Sie können an anderen Stellen vom Protokoll abweichen – aber nicht an diesen wichtigen Stellen Ihrer Präsentation. Anfang und Ende sollten bestens überlegt und gut einstudiert sein. Spontan können Sie ein andermal sein. Hauen Sie am Ende eine Pointe raus, die ihr Publikum berührt, auf welche Art auch immer. Geben Sie Ihrer Präsentation ein würdiges Ende. Viel Spaß dabei!

 

 

Bleiben Sie im Gedächtnis Ihres Publikums haften


Bleiben Sie im Gedächtnis Ihres Publikums haften

Sie müssen einen Vortrag präsentieren, sind Gast auf einem Podium oder sollen eine Rede halten? Von mir bekommen Sie ganz einfache Gimmicks, die dafür sorgen, dass Sie positiv aus der Reihe fallen. Fangen wir ganz vorn an, am Anfang. Es braucht nur eine Zehntelsekunde für einen ersten Eindruck. Machen Sie sich bewusst, dass dieser Eindruck bei vielen Zuhörern der gleiche ist – sind Sie jemand auf Anhieb sympathisch, haben Sie diese Wirkung also sehr wahrscheinlich auch auf andere.

Der Anfang

Beginnen Sie anders als andere! Warum? Die ersten Sekunden sind die Wichtigsten. Das Publikum wird entscheiden: Sympathisch oder unsympathisch. Und ob es neugierig genug ist, Ihnen zuzuhören. In den ersten beiden Minuten Ihrer Präsentation haben Sie die größte Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörer. Sie entscheiden: Höre ich weiter zu oder steige ich gedanklich aus, schweife ich ab? Stellen Sie sich vor, Sie sprechen über das, was Ihnen am Herzen liegt, haben sich unendlich viel Mühe mit der Vorbereitung gemacht und ihr Publikum denkt darüber nach, was es am Abend zu essen geben könnte oder zückt kollektiv das Handy zum Surfen im Netz. Nicht schön.

Vermeiden Sie also Standard-Anfänge wie „Mein Name ist…Schön, dass Sie gekommen sind…“. Langweilen Sie Ihr Publikum nicht, sondern überraschen Sie es! Starten Sie etwa mit einer Schätzungsfrage, einer kurzen (!) Geschichte, einem Video, zeigen Sie ein außergewöhnliches Foto, beziehen Sie das Publikum mit einem kleinen Quiz ein oder erzählen Sie einen Witz. Meinen Lieblingsanfang verrate ich Ihnen sehr gern in meinem Workshop „Erfolgreich Präsentieren – vor Gruppen sprechen, hol das Beste aus Dir selbst!“. 😉

Nach dem ungewöhnlichen Beginn können Sie dann, wenn Sie wollen, die Standards bringen, Ihren Namen und das Thema mitteilen.

Wichtig ist: Fangen Sie immer anders an und fordern Sie Ihre Kreativität heraus. So laufen Sie nicht Gefahr, in die immergleiche Präsentation zu verfallen. Ihr Publikum wird es Ihnen danken – und auch für Sie selbst bleibt Ihr Auftritt lebendig.

Erfolgreich präsentieren – wie Sie Zuhörer für sich gewinnen


Erfolgreich präsentieren – wie Sie Zuhörer für sich gewinnen

Von Anouk Ellen Susan

 

Auf Ihrem Gebiet sind Sie Profi, der absolute Experte, man könnte Sie alles zu Ihrem Thema fragen. Doch wenn es darum geht, das geballte Wissen in einen handlichen Vortrag zu packen und vor einem Publikum zu präsentieren, macht sich Unsicherheit breit. Glossophobia wird die Angst genannt, vor Publikum zu sprechen.

Die gute Nachricht ist: Sie stehen mit dieser Angst nicht allein da. Drei von vier Befragten geben zu, die unangenehme Situation zu kennen. Die schlechte Nachricht: Weisheiten wie „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“ helfen nur sehr bedingt. Solche Ratschläge können sogar eher den Druck noch erhöhen, dem man sich ohnehin schon ausgesetzt fühlt.

Aber mit der richtigen Vorbereitung und meiner Hilfe kann jeder lernen, die Angst zu überwinden. Und deshalb werde ich nach und nach auf meiner Webseite Tipps geben, wie ein guter und überzeugender Vortrag oder eine inspirierende Präsentation gelingt.

 

Fangen wir an mit den ersten drei Tools:

1. Das Wichtigste ist die Vorbereitung. Wer ist mein Publikum? An wen adressiere ich meinen Vortrag? Je mehr Sie über Ihre Zuhörer wissen, desto besser können Sie Ihren Vortrag auf deren Interessen abstimmen. Es geht darum, das Publikum dort abzuholen, wo es ist. Die Zuhörer sollen sich angesprochen und vor allem gesehen und verstanden fühlen. Bringen Sie also alles in Erfahrung, was Sie finden können im Vorhinein. Setzen Sie sich mit Ihren Adressaten auseinander: Was ist das für ein Unternehmen? Welche Philosophie lebt die Firma? Wer sind die Mitarbeiter? Worum geht es?

Lassen Sie geschickt einfließen, dass Sie wissen, womit die Zuhörer sich befassen, was ihre täglichen Probleme sind. Darauf auch die Begrüßung und die ersten Sätze abstimmen, um die Zuhörer gleich für sich zu gewinnen. Der Vortrag gewinnt so für jeden im Raum an Relevanz und Sie hinterlassen einen professionellen und sympathischen Eindruck, weil das, was Sie sagen, nicht wie eine Standard-Rede wirkt, die Sie immer und überall halten könnten.

2. Treten Sie in Kontakt mit Ihren Zuhörern. Sprechen Sie nicht so, als stünden Sie im luftleeren Raum, als gäbe es kein Publikum. Schauen Sie die Menschen an, lächeln Sie, gewinnen Sie sie für sich. Das schaffen Sie, indem Sie etwa rhetorische Fragen stellen, mit dem einen oder anderen in einen kurzen Dialog gehen. Bleiben Sie gelassen, gönnen Sie sich und Ihrem Publikum auch mal eine Denkpause, lassen Sie Wichtiges nachwirken. Und der Kontakt ist nicht nur während des Vortrages wichtig. Ich habe tolle Erfahrungen damit gemacht, mich vor meiner Rede nicht im stillen Kämmerlein zu verstecken, sondern mich unters Volk zu mischen, ein wenig zu plaudern, Hallo zu sagen. Es ist die beste Möglichkeit, die Menschen für sich zu gewinnen, in Kontakt zu treten. Stellen Sie Fragen, hören Sie zu, seien Sie wie eine charmante Gastgeberin. Vielleicht lässt sich das, was besprochen wurde, dann auch spontan in den Vortrag einbauen – es geht darum, sich auf dieselbe Ebene zu bringen, auf Augenhöhe mit dem Publikum zu sein. Das schafft Nähe, weckt Interesse und verzeiht auch mal einen Versprecher – sollte es einen geben.

 

3. Bleiben Sie bei sich. In meinem Workshop zum „Public Speaking“ gebe ich sehr viele konkrete Tipps. Das Know How aus meiner mehr als 20-jährigen Berufserfahrung und aus meinem Studium zum „Professional Speaker“ fließen dort mit ein. Aus der Menge an Tools muss sich allerdings jeder das für ihn Passende heraussuchen. Mein Bauchladen ist voller Werkzeuge für einen gelungenen Auftritt vor Publikum. Nicht alles passt für jeden. Wichtig ist: Bleiben Sie bei sich, seien Sie authentisch und suchen Sie sich heraus, was Sie für anwendbar halten, was zu Ihnen passt. Sie haben IHR Thema, über das Sie sprechen wollen. Ich unterstütze Sie dabei.

Strahlen Sie mit Ihrer Leidenschaft zu Ihrem Thema – denn diese Leidenschaft strahlt auf andere Personen ab!

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